Zur Mittagszeit sind wir in Erbil, der Hauptstadt Kurdistan‐Iraks abgefahren. Während draußen unerträgliche 45 Grad herrschen, ist es im Inneren des Reisebusses angenehm kühl. Ohnehin kann ich mich über den Komfort nicht beschweren: Der außen strahlend weiße und innen in dezentem weinrot gehaltene Bus mit lockerer Bestuhlung macht den Eindruck, gerade das Werksgelände verlassen zu haben.

Continue Reading "Sicherheit und Terrorismus im Irak – ein Einheimischer berichtet"

Wäre Abchasien ein Staat, wäre es vermutlich weltbekannt: Es würde die Spitze aller alphabetisch sortierten Dropdown‐Menüs anführen (Abchasien/Abkhazia) und Afghanistan vom Spitzenplatz verdrängen. Nun ist Abchasien jedoch kein souveräner Staat, sondern „nur“ eine autonome Region innerhalb Georgiens. So sehen das fast alle Staaten dieser Welt – außer die Abchasen selber. 1992 haben sie sich für unabhängig erklärt und die „Republik Abchasien“ ausgerufen. Auch Russland und eine handvoll nicht anerkannter Länder sieht in der Republik Abchasien einen souveränen Staat – sehr zur Verärgerung Georgiens.

Continue Reading "Abchasien: Ruinen im Paradies"

Als ich vor 2 Jahren auf meiner Sommerreise einen Zwischenstopp in Kiew machte, besuchte ich das in der „Mother Russia“-Statue untergebrachte Museum zum Ukrainekonflikt. Hier, auf meinem Blog, berichtete ich von der Absurdität, ein Museum einzurichten, zu einem Konflikt, der immer noch besteht. Mir ist nicht bekannt, ob es das Museum noch gibt. Ich gehe jedoch davon aus. Sicher ist: Für den Südosten der Ukraine, dem Donbass, gibt es weiterhin keine Lösung.

Continue Reading "Ukrainekonflikt: Wie ist die Lage im Donbass?"

Gerade mal 650 Kilometer ist Weißrussland von uns entfernt und dennoch dringen erstaunlich wenig Informationen über das Land zu uns nach Deutschland. In den letzten Jahren fungierte weißrussischer Boden als Plattform für Friedensgespräche im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Ansonsten wird dem Land in den westlichen Medien häufig der Titel „letzte Diktatur Europas“ vergeben.

Continue Reading "Winterreise nach Belarus (Teil 1)"

Während des Sonnenuntergangs legt die Fähre in Mostaganem, einem kleinen Hafenstädtchen im nordwestlichen Algerien ab, bereits zum Sonnenaufgang erreichen wir Valencia/Spanien. Zwischen dieser Nachtfahrt liegen in vielerlei Hinsicht Welten. Was mich in Algerien am meisten beeindruckt hat, fasse ich nun zusammen:

Continue Reading "Tschüss Algerien – und zurück nach Deutschland"

Es ist doch verrückt: Millionen von Deutsche fliegen Jahr für Jahr nach Mallorca. Gerade einmal 300 Kilometer von Deutschlands „17. Bundesland“ und sogar nur 150 Kilometer vom spanischen Festland entfernt liegt ein Staat, der uns weitestgehend unbekannt ist: Algerien. Dabei ist Algerien nicht irgendein Land in Afrika, sondern immerhin der größte Afrikas und der 10. größte weltweit.

Continue Reading "Auf nach Algerien!"

Nach einem wieder sehr kurzweiligen Aufenthalt im Iran, u.a. in Zanjan, Kashan, Tehran, Semnan und Mashhad, breche ich zur Rückreise nach Deutschland auf und wähle hierfür den vertrauten Weg über die Türkei und den Balkan. Um für ein bisschen Abwechslung zu sorgen, fahre ich vom Iran nicht direkt in die Türkei, sondern weiche auf die alternative Route durch Nakhchivan, einer autonomen Enklave Aserbaidschans, aus.

Continue Reading "Vom Iran über Nakhchivan in die Türkei"

Georgien ist bekannt für gute Weine, Kirchen und Klöster, schneebedeckte Gipfel, einsame Bergregionen und die Schwarzmeerküste. Auf dieser Reise interessiert mich vor allem eine Stadt in Zentralgeorgien, die bis vor Kurzem nur Wenigen ein Begriff war, zunehmend aber in den Fokus der Öffentlichkeit gerät: die Bergbaustadt Chiatura. Liebhaber von lebendiger Industriegeschichte kommen hier voll auf ihre Kosten.

Continue Reading "Hoch hinaus in Georgien und Armenien"

Für meine neue Iranreise folge ich einem Weg, den ich bereits 2013 genutzt habe: über Polen und die Ukraine nach Russland, dann weiter nach Georgien und Armenien. 2013 durchquerte ich diese Länder auf schnellstem Wege, u.a. um die Visabedingungen einzuhalten. Nun lasse ich mir etwas mehr Zeit und schaue mir die Attraktionen an, die ich damals verpasst habe.

Continue Reading "Durch die Ukraine in den Nordkaukasus"

Nanu, was ist denn hier los? Während es bei der Ausreise aus der Türkei noch zivilisiert zuging, herrschen an der iranischen Immigration tumultartige Zustände. Menschen drücken sich durch die Absperrungen, Gepäckstücke werden darüber geworfen. Die Sicherheitsbeamten versuchen vergebens, der Lage Herr zu werden. Vom Aussehen der Menschen gehe ich davon, dass die meisten von ihnen Iraner sind, doch solch ein rüpelhaftes Verhalten kenne ich von Iranern eigentlich nicht. Nach 10 bis 15 Minuten werden die Tore dicht gemacht. Es kehrt Ruhe ein.

Continue Reading "Kaum im Iran und schon zu Hause"

Nach fast 8 Monaten Reiseabstinenz und dem Frühling vor der Tür steigt die Lust von Tag zu Tag, wieder auf Entdeckungstour zu gehen. An einem Land kann ich mich nicht sattsehen – und so verschlägt es mich im April erneut in den Iran. Rund zweieinhalb Wochen habe ich für die Reise geplant. Wie bei meiner großen Asienreise 2015/16 auch, werde ich ausschließlich auf dem Land‐ und Seeweg reisen. Hauptverkehrsmittel sind (Nacht-)Züge, stellenweise nutze ich Busse, Fähren und das Auto. Meine Reiseroute habe ich auf www.tripline.net veröffentlicht.

Continue Reading "Wann fährt der nächste Zug nach … Tehran?"