Wieder daheim – mein Gesamtbild

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August 2016: An meinem Zugfenster zieht die Seenlandschaft der Masuren vorüber. Ich fühle mich wie zu Hause – auch wenn ich eigentlich noch in Polen bin. Das Reisen über Land hat den Vorteil, Reiseerlebnisse verdauen zu können und anschließend die Eindrücke aus den Ländern wie ein Puzzle zusammensetzen zu können. Auf meiner Reise habe ich immer fleißig gepuzzelt. Ich präsentiere nun die Puzzleteilchen, die ich auf meiner Reise gesammelt habe.

Puzzleteil 1: Die Welt lebt von Vorurteilen.
Die Reiseroute, die ich gewählt habe ist in der Tat außergewöhnlich: Wer reist schon nach Pakistan und nach Bangladesch? In den eher touristisch geprägten Ländern habe ich mich vorwiegend abseits der gängigen Pfade aufgehalten und dadurch das richtige Leben der Einheimischen kennengelernt. Nachdem ich ein Land hinter mir gelassen habe, stellte ich immer wieder fest: Wir klammern uns sehr an Vorurteile. Das Denken und Entscheiden auf Basis von Vorurteilen liegt in der Natur des Menschen. Wir greifen scheinbar valide Aussagen von anderen Menschen auf, formen unsere eigene Meinung und liegen damit häufig falsch. „Chinesen sind unfreundlich“, behauptete jemand. „Warum?“, fragte ich. „Das hat mir jemand gesagt“, war die Antwort. Ein anderes Beispiel: In Indien hörte ich ab und an „I don’t like Pakistanis“. In Pakistan vernahm ich: „I don’t like Indians.“ Dann fragte ich jeweils: „Do you know any?“ „No“, lautete die Antwort. Tragisch ist, dass auf Basis von Vorurteilen schwerwiegende Entscheidungen, wie Kriege, getroffen werden.
Vorurteile sind ein globales Problem: Wir Deutschen hegen Vorurteile gegenüber Flüchtlingen und Immigranten, Iraner urteilen über Pakistaner, Pakistaner auch über Afghanen, Thailänder über Myanmarer, Vietnamesen über Chinesen usw. Was lässt sich für ein offeneres und toleranteres Denken ohne Vorurteile tun? Ein kritischeres Denken zum Beispiel. Stimmt das, was berichtet wird? Nicht alles, was ich berichtet habe, muss immer zutreffen. Wer regelmäßig meine Blog‐Beiträge gelesen hat, wird feststellen, dass ich die Menschen eines Landes immer als gute Menschen beschreibe. Auch das ist generalisiert. Es gibt immer schwarze Schafe – doch die haben sich zum Glück vor mir versteckt. Für mich jedenfalls gilt die Devise: Urteile nie über ein Land in dem du noch nie gewesen bist! Und: Urteile ebenso nie über ein Volk, dessen Menschen du nicht persönlich kennst.

Puzzleteil 2: Wie ich in den Wald hineinrufe, so schallt es heraus.
Der aufmerksame Leser wird ebenfalls festgestellt haben, dass ich immer davon berichte, dass die Einheimischen viel lächeln. Sehr schnell auf meiner Reise ist mir aufgefallen, dass mein Verhalten auf mich zurückfällt. Gebe ich etwas, bekomme ich es zurück, nach dem Sprichwort „Wie ich in den Wald hineinrufe, so schallt es heraus.“ Mit der Zeit des Reisens entsteht dadurch eine gewisse Gelassenheit, wenn etwas mal nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle. In Kuala Lumpur, Malaysia hat mich ein Herr angesprochen, der sich als Singapurer ausgab. Er behauptete, ihm wären in der Bahn alle Wertsachen gestohlen worden und fragte, ob ich ihm helfen könne. Weil ich ihm glaubte, und er irgendwie von Kuala Lumpur zurück nach Hause, also Singapur, kommen musste, habe ihm umgerechnet 35 Euro geborgt. Obwohl ich dem Herrn meine Kontaktdaten hinterlassen habe, habe ich von ihm bis heute nichts gehört. Ich denke mir: Ok, ich kann auch in eine solche Situation geraten. Dann erwarte ich auch, dass mir jemand hilft. Den unehrlichen Herrn betreffend bin ich der Meinung, dass sich diese Unehrlichkeit irgendwie rächen wird.

Puzzleteil 3: Wer sind WIR eigentlich?
Auf meiner Reise habe ich nicht nur die Kultur der bereisten Länder kennengelernt, sondern ebenso unsere und die von Menschen aus anderen Nationen. Es ist sehr interessant, unser Verhalten in einer anderen Kultur zu reflektieren. Westeuropäer sind für gewöhnlich skeptisch gegenüber allem Fremden und prüfen sorgfältig, ob nicht irgendein Haken hinter der Sache steckt. Unterhalte ich mich mit Nordamerikanern, habe ich den Eindruck, dass sie gerade an einem großen Stück Glück knabbern – eine solche Freude strahlen sie über das aus, was sie auf ihrer Reise erleben.

Puzzleteil 4: Weniger ist mehr!
Eine andere Einstellung habe ich mit der Zeit zu Ländern bekommen, in denen Menschen mit deutlich weniger auskommen als wir es tun. Bei uns wecken Menschen, die in Holzhäusern leben Mitleidsgefühle, doch mittlerweile behaupte ich, dass diese Menschen mehr haben als die materiell gut ausgestatteten. Die Kinder, die auf den staubigen Bolzplätzen in Pakistan wie verrückt Cricket gespielt oder sich hinter Sandhügeln versteckt haben, schienen mir deutlich glücklicher zu sein, als die Kinder, deren Augen ständig auf das Smartphone fixiert waren, wie z.B. in China. Daher bin ich mir nicht sicher, ob alle Hilfsprojekte, die ein Stück von unserem westlichen Lebensstandard in arme Länder bringen sollen, immer an der richtigen Stelle ansetzen. Ohne Zweifel: Sauberes Wasser ist lebensnotwendig. Aber wie ist das mit einer 24‐Stunden‐Stromversorgung? Es ist erstaunlich, welche Auswirkung die Stromversorgung auf das soziale Leben hat. In den ländlichen Regionen Myanmars, wo Strom nur zwischen 18 und 23 Uhr zugeschaltet wird, sitzen die Menschen abends in den Teestuben zusammen, unterhalten sich und schauen gemeinsam fern.

Puzzleteil 5: Was ist eigentlich Reisekultur?
Was früher ein Privileg der Oberschicht war, ist in unserer Gesellschaft heute ein selbstverständliches Gut: Reisen. Wir verreisen immer häufiger, die Reiseziele liegen immer weiter entfernt und werden immer außergewöhnlicher bzw. müssen etwas Sensationelles bieten. Auf meiner Reise habe ich mich, insb. an den touristisch entwickelten Gebieten gefragt, was „Reisekultur“ eigentlich ist. Durch meine Reise ausschließlich mit Bodenverkehrsmitteln, vorwiegend mit dem Zug, habe ich mich verhältnismäßig langsam fortbewegt, konnte dadurch kulturelle Unterschiede aufnehmen und mich in die lokalen Kulturen hineinleben. Anderen Reisenden ist sogar das noch zu schnell, legen zu Fuß oder mit dem Fahrrad enorme Distanzen zurück (wie z.B. Robert, den ich in Pakistan kennen gelernt habe). Vor diesen Menschen habe ich großen Respekt – sie können zu recht behaupten, ein Land kennengelernt zu haben.
Ich frage mich jedoch, wie viel Kultur ein Reisender tatsächlich aufgenommen hat, der sich auf dem Luftweg einschleust, sich zwischen den touristischen Hotspots hin‐ und hershutteln lässt, dafür gecharterte Touristenbusse nutzt oder sogar auch hierfür den Luftweg als Verkehrsmittel der Wahl sieht. Traf ich auf Reisende mit einer solchen Reisehistorie, kam in mir ein bisschen Mitleid auf. Manchmal habe ich davon berichtet, wie ich unterwegs bin und welche alternativen Reisemöglichkeiten es gibt. „Ich habe nicht so viel Zeit“ war sehr häufig das Argument, das mir entgegengebracht wurde. Ohne zu widersprechen, fragte ich mich, ob sich aus der wenigen Zeit nicht noch viel mehr rausholen ließe? Lernt man die richtige Kultur nicht abseits der Orte kennen, die in unseren Reisebüros angepriesen werden? Unter anderem in Vietnam konnte ich genau das feststellen: Der durchschnittliche Urlauber fliegt nach Hà Nội, fährt zur Halong Bay, nach Sapa, fliegt nach Đà Nẵng (für Huế und Hội An) und fliegt dann weiter nach Ho Chi Minh City. Mit Ausnahme von Hà Nội und vermutlich Ho Chi Minh City verlässt der Urlauber in den anderen, eben genannten Orten seine durch westliche Annehmlichkeiten geprägte Blubberblase nicht. Die touristisch geprägten Orte (als solche erkennbar, wenn die Restaurants flächendeckend mit englischsprachigen Menus aufwarten) sind weitestgehend austauschbar. Das jedoch, was ich an dem Land zu schätzen gelernt habe, habe ich auf den Stationen dazwischen angetroffen. Aus diesem Grund ist das Argument „nicht genug Zeit zu haben“ aus meiner Sicht nicht ganz plausibel. In einem Umkreis, der sich auf dem Landweg noch mit angemessener Reisedauer und angemessenem -Komfort bewältigen lässt, gibt es ebenso tolle Reiseziele, die sich zu entdecken lohnen. Ist der Weg nicht das Ziel der Reise?
An zwei Beispielen möchte ich das, was ich meine, verdeutlichen. Für die Erkundung Zentralvietnams gibt es zwei Möglichkeiten. Alternative 1: Sich nachmittags mit dem Taxi durch den dichten Verkehr Hà Nộis zum Flughafen boxen, einchecken, warten, fliegen und nichts tun, in Đà Nẵng landen und mit dem Taxi spät abends zum Hotel gebracht werden. Alternative 2: In Hà Nội abends zum im Zentrum der Stadt liegenden Bahnhof laufen, in den Nachtzug einsteigen, sich mit den Einheimischen mit Händen und Füßen unterhalten, morgens bei der Überquerung des Wolkenpasses aufwachen, in Đà Nẵng eine Stunde später aussteigen und sich vor dem Bahnhof von leckeren lokalen Köstlichkeiten Einheimischer überraschen lassen. Welche Alternative ich bevorzuge, ist leicht zu erraten. Ich meine, es sollte jedem selbst überlassen sein, welche Alternative er/sie als die richtige für sich sieht. Häufig habe ich im persönlichen Gespräch festgestellt, dass der Wunsch besteht, sich mehr in die fremde Kultur abzuseilen – was fehlte war der Mut und die Kenntnis, wie man von A nach B kommt (ohne die Suchmaschine für Billigflieger zu öffnen). Meiner Meinung kann man den Mut schon mal zusammennehmen. Und die Kenntnis? Die Kenntnis bekommt man unter anderem von www.seat61.com (meinem ständigen Reisebegleiter, wenn es um Zug‐ und Busreisen in fremden Ländern geht).
„Reisekultur“ definiert sich nach meiner Lesart sehr durch die Intensität, Außergewöhnliches bzw. Fremdes zu erleben. Nicht nur die Art und Weise, den Weg zurückzulegen, ist ein Ausdruck dessen (wie oben skizziert). Auch der Moment an der Sehenswürdigkeit, also dem Grund, weshalb Urlauber den Weg auf sich genommen haben, ist für mich ein Ausdruck von „Reisekultur“. Innehalten, staunen und genießen? Oft beobachtete ich ein anderes Bild: Die Attraktion wird ausschließlich durch Kameralinsen und Smartphonedisplays wahrgenommen. Foto aufgenommen, auf Facebook oder Instagram als Beweisfoto gepostet, weiter gehts… .

Puzzleteil 6: Tourismus verändert die Welt
Tourismus kann einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und politischen Stabilität eines sich entwickelnden Landes leisten – einerseits durch die direkten Einnahmen des Tourismus, andererseits durch den Blick der Welt auf nun eben dieses Land. Doch vielerorts konnte ich deutlich die Kehrseite des Tourismus wahrnehmen. Tourismus verändert Menschen. Ob Myanmar, Kambodscha oder Vietnam: Wo der Tourismus sich auf Hotspots konzentriert und sich die „normale Bevölkerung“ von der in der Tourismusindustrie involvierten Bevölkerung abgrenzen lässt, ist diese Entwicklung besonders deutlich zu erkennen: An diesen Hotspots steht weniger die Gastfreundschaft im Vordergrund, sondern die Ertragskraft des Gastes. Diese Entwicklung ist verständlich. Die Frage ist jedoch, ob dadurch nicht auch ein Stück Identität aufgegeben wird.
Nicht nur Menschen ändern sich, auch Landschaften ändern sich. Außergewöhnlich müssen Reiseziele sein und am Liebsten wäre man der Erste, der ein exotisches Reiseziel entdeckt. „Ich möchte nach Thailand, aber bitte auf eine Insel, wo keine Touris sind“ – schonmal gehört? Beißt sich hierbei nicht die Katze in den Schwanz? Ein Reiseziel kann auf Dauer nicht außergewöhnlich und unentdeckt bleiben, denn mit den ersten Urlaubern wird auch schnell das wirtschaftliche Potenzial des Tourismus entdeckt – und Maßnahmen ergriffen, das Potenzial zu heben (sprich Infrastrukturausbau). Ein Beispiel hierzu: In Malaysia freundete ich mich mit einer 3er‐Gruppe an. Sie planten einen Abstecher in den Dschungel auf der malaysischen Halbinsel, um „richtige“, wilde Tiere zu sehen. Andere Reisende meinten jedoch, dass man in dem hiesigen Dschungel nur schwerlich wilde Tiere erspähen könne. Sie seien wegen der Besucher zurückgedrängt worden. Und so ließ die 3er‐Gruppe den Dschungel vor der Tür liegen und flog weiter nach Borneo, wo der Dschungel noch weniger entdeckt sei.
Gewiss, ich bin keine Ausnahme: Auch ich stehe auf das Außergewöhnliche: In meinen vorangegangenen Artikeln brüste ich mich damit, einer der Wenigen zu sein, die sich in diese oder jene Regionen wagen. Und berichte auch in meinem Blog darüber. Damit trage ich ebenfalls dazu bei, die Region etwas entdeckter zu machen. In welche Richtung die Reise gehen wird, liegt jedoch immer in den Händen des Reisenden: Wie bewege ich mich fort, wem gebe ich für welche Leistungen Geld… .

Puzzleteil 7: Ökologische Nachhaltigkeit? Fehlanzeige!
Lima, Paris, Marrakesch: Verfolgt man die letzten Weltklimakonferenzen, kommt der Eindruck auf, dass die meisten Staaten doch verstanden haben, dass etwas gegen den Klimawandel getan werden muss. Werden bereits wahrnehmbare Maßnahmen ergriffen? In dieser Hinsicht war meine Reise ernüchternd. In keinem Land meiner Reise – mit Ausnahme von Singapur und ein klein wenig in China – hatte ich den Eindruck, dass das Wort „Climate Change“ jemals gehört wurde. Die Umweltprobleme sind enorm: Luftverschmutzung, verunreinigtes oder schwindendes (Trink-)Wasser, Müll, schwindende Biodiversität. Viele Länder sehe ich erst am Anfang der Problemkette. Arme Länder wie Pakistan und Bangladesch wird das Bevölkerungswachstum vor weitere Herausforderungen stellen. In Schwellenländern wie Indien und China bringt der zunehmende Wohlstand neue Problemen mit sich. Bereits jetzt führt die steigende Motorisierung asiatischer Städte zu katastrophalen Verhältnissen durch Lärm, Abgas, Schmutz. In Anbetracht der Belastungen sind einige Regionen absolut lebensfeindlich. Das ein oder andere Mal während meiner Reise flimmerte in mir beim Gedanken an Deutschland eine Parklandschaft auf – akkurat und sauber – paradiesisch eben.

Puzzleteil 8: Womit beschäftigen wir uns eigentlich?
Ohne  Zweifel, Deutschland und Deutsche haben einen ausgezeichneten Ruf. Kein einziges Mal auf meiner Reise bin ich wegen meiner Nationalität schief angeschaut worden. „Deutschland“ wird für viele mit Zuverlässigkeit und Genauigkeit in Verbindung gebracht. Auch wenn Deutschland Exportmeister ist, dachte ich mir des öfteren: „Voll abgehoben.“ Wir sind bereits auf einem sehr hohen Niveau und quetschen bei Verbesserungen gefühlt die letzten Prozentchen heraus. Das, was einen ziemlich großen Teil der Menschen auf dieser Welt interessiert ist jedoch was anderes: Wann kann ich anbauen und wann ernten? Wann wird es regnen? Wenn es nicht regnet, dann habe ich nichts zu essen.

November 2016 und damit drei Monate später…

Puzzleteil 9 – und noch einmal: Womit beschäftigen wir uns eigentlich?
Drei Monate bin ich nun wieder in Deutschland und komme jetzt auf das letzte Puzzleteil zurück, das ich unter den gleichen Titel stelle wie das vorherige: Womit beschäftigen wir uns eigentlich? Und da fällt mir auf: Mit ziemlich vielen unwichtigen Dingen! Als ich nach der Reise zu Hause mein Portemonnaie wieder mit meinen Karten bestückte, fiel mir meine Payback‐Karte in die Hand. An die hatte ich seit fast einem Jahr nicht mehr gedacht. Ich fragte mich, warum viele Menschen ihr Leben an solch einer Karte ausrichten: „Ich fahre zu Markt x, weil ich da ein paar Cent Rabatt bekomme.“ Wie sinnlos – das ist verlorene Lebenszeit. Dies ist nur ein kleines Beispiel, doch auf viele Entscheidungen in unserem westlichen Leben übertragbar.

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Meine Reise: ein paar Daten, Tipps und Tricks

Die geplante Route meiner Reise habe ich beinahe eingehalten. Ausgelassen habe ich Sri Lanka, Taiwan, ein Korea (ich hatte vor, entweder Nord‐ oder Südkorea zu besuchen) und Japan. Sri Lanka konnte ich auf dem Landweg nicht erreichen. Nach Taiwan, Korea und Japan bin ich aus zeitlichen Gründen nicht gefahren. Meine Route finde ich nach wie vor genial: Jedes Land war die Reise wert, ich habe Länder kennengelernt, die zwar relativ einfach von Europa aus zu erreichen sind, von denen aber dennoch wenig bekannt ist. Hinsichtlich der Reisezeit hätte es von Vorteil sein können, zwei Monate eher zu starten, also im August: Dann wäre es in Pakistan und Nordindien wärmer gewesen, in Myanmar grüner, in Thailand, Malaysia und Singapur noch nicht so heiß und in Chinas Süden nicht so regnerisch. Doch die Ausnahmen bestätigen die Regel. Auf Regenzeiten ist nicht immer Verlass, daher muss es zwei Monate vorher nicht unbedingt besser gewesen sein.

Meine kleine Statistik:

  • 10 Monate war ich unterwegs.
  • Hinter mir liegen ca. 48.000 Kilometer, die ich mit Schiffen, Bussen, Lkw, Fahrrädern, zu Fuß, mit dem Auto, und mit Bahnen (davon ca. 150 Fernzüge) zurückgelegt habe. Flugzeuge habe ich nicht genutzt.
  • Die Reise hat mich etwa 8.700 EUR gekostet, inkl. aller Visakosten und inkl. meiner Reiseausstattung.

Meine Tipps:

  • Es hat sich gelohnt, ein qualitativ hochwertiges Moskitonetz zu beschaffen. Auch wenn es keine richtige Mückenplage gab – mit den Mücken ist nicht zu Spaßen. Mehrere Reisende, die ich unterwegs traf, berichteten von Denguefällen.
  • In meinen ersten 5 Monaten hat es nur zwei Mal geregnet. In den zweiten 5 Monaten dafür umso intensiver. Eine Regenpellerine für Rucksack und ein Regenponcho ist in Südostasien dringend erforderlich. Unsere normale, angeblich Wasserdichte Kleidung hält den Insensivregen nicht durch.
  • Nicht gebraucht habe ich meine zweite kleine Kompaktkamera, die ich für die Momente vorgesehen hatte, in denen man nicht fotografieren dürfte (in Usbekistan, 2014, gab es zahlreiche solcher Situationen). Fotografieren konnte ich eigentlich überall, daher war die zweite Kamera nur unnötiges Gewicht.
  • Wollte ich zuerst besorgen, hatte ich aus monetären Gründen dann doch nicht: Kopfhörer mit Außenlärm‐Abschottung. Gut, dass ich sie nicht gekauft habe, denn sie sind unnütz. Wenn man eine fremde Kultur kennen lernen möchte, dann ist Reisezeit Kommunikationszeit. Möchte man doch mal Musik hören, dann reichen auch die normalen Kopfhörer.
  • Sehr hilfreich war und ist die stets aktuelle Internetseite www.seat61.com. Ein engagierter Brite beschreibt dort, wie sich die Länder dieser Welt mit der Eisenbahn (oder mit dem Bus, falls keine Bahn vorhanden ist) bereisen lassen.
  • Bei meiner nächsten Reise würde ich darauf achten, schneller die Sprache der Einheimischen zu lernen. Sprachen sind Türöffner, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und zudem ein Mittel, nicht mit überzogenen Preisen konfrontiert zu werden. Wegen der zahlreichen Wechsel der Länder reichte es jedoch meist nur für wenige Schlüsselwörter und Zahlen. In Pakistan und Indien wurde ich ohnehin mit Englisch, das dort Amtssprache ist, verwöhnt.
  • Bei der nächsten Reise würde ich noch mehr couchsurfen, denn durch das Couchsurfen lässt sich die fremde Kultur noch besser kennenlernen.

 

3 thoughts on “Wieder daheim – mein Gesamtbild

  1. Hallo, vielen Dank für die interessanten Berichte. Wünsche dir viel Zeit und Gelegenheiten für weitere gute Touren.
    Grüße:
    Mark

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